Buchempfehlungen von Ihrem Büchereiteam


Wir stellen Ihnen hier Bücher vor, die uns gut gefallen haben und die wir gerne weiterempfehlen. Das können neu eingetroffene Bücher sein, aber auch wiederentdeckte.

Wir haben die Buchempfehlungen mit unserem Online-Katalog verbunden, so dass Sie die Bücher unmittelbar vormerken können.




Kathrin Hartmann: Grüner wird’s nicht

“. . . Ob wir also glauben, wir könnten Klimaschutz innerhalb des Kapitalismus erreichen, innerhalb des Systems, das die Klimakatastrophe erst hervorgebracht hat . . .
Deswegen lautet die wichtigste Frage: Wer profitiert noch immer von den Verhältnissen, wie sie sind? Wer verhindert diese Alternativen? . . .”

Kathrin Hartmann beschreibt eindringlich und gut verständlich die weltweiten Auswirkungen des Klimawandels, die Zusammenhänge von Wohlstand und Umweltzerstörung, hinterfragt die Maßnahmen von Politik und Konzernen und stellt einige Alternativen vor.

Liz  Moore:  Long Bright River

Der Roman beginnt und endet mit einer Liste von Namen Drogentoter:
 (...) „Brian Aldrich; Mike Asman; Cheryl Sokol (…) Unsere Cousine Tracey; Unser Cousin Shannon; Unsere Mutter. Unsere Mutter. Unsere Mutter. Allesamt Kinder, allesamt tot. Vielversprechende Menschen, abhängige und verlässliche Menschen, liebende und geliebte Menschen, einer nach dem anderen, in einer Reihe, in einem Fluss, ohne Quelle und ohne Mündung, ein langer leuchtender Fluss verstorbener Seelen.“(...)

Liz Moore nimmt den Leser mit nach Kensington, einen heruntergekommenen Stadtteil von Philadelphia. Auf dessen Straßen ist Mickey als Streifenpolizistin unterwegs, ihre drogenabhängige Schwester Kacey als Prostituierte. Als mehrere Morde an Prostituierten geschehen, begibt sich Mickey auf die Suche nach ihrer verschwundenen Schwester.

Mehr Familien- und Gesellschaftsroman als Krimi, wirkt das spannend geschriebene Buch noch lange nach.

Charlotte Wood: Ein Wochenende

Vier Frauen, „beste Freundinnen“ haben sich viele Jahre im Ferienhaus am Meer getroffen, um gemeinsam ein paar Urlaubstage zu verbringen. Doch nun treffen sie sich dort ein letztes Mal – zu dritt. Sylvie, die Vierte im Bunde und Besitzerin des Hauses, ist gestorben. Das Haus soll verkauft werden und gemeinsam beginnen die Frauen mit dem Ausräumen. 

Beim Entrümpeln der Schränke und Räume setzen sich die sehr unterschiedlichen Frauen mit der Vergangenheit, der Hinfälligkeit ihrer in die Jahre gekommenen Körper, ihrer Beziehungen und Hoffnungen auseinander.

Die „besten Freundinnen“ verschonen sich nicht mit gegenseitiger Häme und Spitzzüngigkeit. Ein lange gehütetes Geheimnis wird offenbart.

„Es war anstrengend, befreundet zu sein. Hatten sie sich je die Wahrheit sagen können?“ 

Doch als erneut ein Schicksalsschlag über eine von ihnen hereinbricht, sind sie füreinander da.

Isabel Bogdan: Laufen

Der plötzliche Tod eines geliebten Menschen ist immer kaum zu ertragen, unfassbar. Wenn, wie in Isabel Bogdans Buch, der Lebensgefährte den Freitod wählt, kommen zu Trauer und Fassungslosigkeit noch Hilflosigkeit, Schuldgefühle und Wut hinzu.

Um sich aus ihrer Schockstarre zu lösen beginnt die Ich-Erzählerin mit dem Laufen und führt dabei lange innere Monologe. Mit zunehmender Länge der Laufstrecken findet sie mehr und mehr zurück ins Leben.

Wir empfehlen: Bogdan, Isabel: Laufen.

Eva Völler:  Ein Traum vom Glück (Band 1)
                        Ein Gefühl der Hoffnung (Band 2)

Die Familiengeschichte beginnt im Jahr 1951 in Essen, wo Katherina zusammen mit ihren beiden Kindern bei der Schwiegermutter Schutz findet. Sie leben dort in einfachsten Verhältnissen in einer Bergarbeitersiedlung. Ihr Mann ist verschollen, aber die Mutter glaubt fest an seine Rückkehr.
Eines Tages steht Johannes, ihr Neffe und Enkel der Großmutter Mine vor der Tür, gerade aus russischer Gefangenschaft entkommen. Nachdem er von der Großmutter etwas aufgepäppelt wurde hilft er mit, das Leben angenehmer zu machen und Johannes und Katharina – seine Tante – kommen sich näher.
Das Ende des 1. Bandes ist unerwartet.

Im 2. Band suchen die Schwestern Bärbel und Inge ihren Weg ins Leben, jede auf ihre Art. Die jüngere Bärbel wird zusehends rebellisch, Inge liebt ihren Beruf als Buchhändlerin und kümmert sich um ihren kleinen Bruder Jakob.
Johannes kann nach einem schweren Unfall „vor Kohle“ nicht mehr als Bergmann arbeiten und engagiert sich als Gewerkschaftler. Hier gibt es viel zu tun, da schwere Zeiten auf das Ruhrgebiet zukommen: Zechen schließen und es wird für die 40-Stunden-Woche und den freien Samstag gestreikt.
Oma Mine hält die Familie weiterhin zusammen, was mit den unterschiedlichsten Beziehungen der Enkel nicht so ganz einfach ist.

Wunderbar beschrieben ist die Atmosphäre der Zeit, die Sprache – wobei oft im Dialekt geschrieben – und die raue Wirklichkeit im Nachkriegs-Ruhrgebiet.

Laetitia Colombani: Das Haus der Frauen

Solange Frauen weinen, wie sie es jetzt tun ... will ich kämpfen
solange Kinder Hunger leiden müssen, wie sie es jetzt tun ... will ich kämpfen
solange es Mädchen gibt, die auf der Straße unter die Räder geraten ... will ich kämpfen
Ich kämpfe bis zum letzten Atemzug.
- Zitat William Booth geb. 1829 - Gründer der Heilsarmee

Die Kapitel in dem Buch wechseln zwischen Paris 1925 und Paris heute. 
Im Paris 1925 lebt Blanche Peyron. Sie gehört der von William Booth gegründeten Heilsarmee an und kämpft ihr Leben lang für Frauen am Rande der Gesellschaft. Sie gründet eines der ersten Frauenhäuser in Paris - ein Zufluchtsort für missbrauchte und obdachlose Frauen.
Im Paris heute lebt die junge erfolgreiche Anwältin Soléne, die nach einem Burn out als ehrenamtliche Mitarbeiterin in dieses Frauenhaus kommt und ganz langsam Kontakt zu den dort lebenden Bewohnerinnen aufnimmt und viele verschiedene Frauen und deren Schicksale kennenlernt.


Brigitte Glaser: Rheinblick

Die Geschichte spielt im November 1972, als Bonn noch die Hauptstadt der BRD war. Die SPD ist zum ersten Mal nach dem Krieg stärkste Partei. Willy Brandt wurde zum Bundeskanzler gewählt. Das politische Geschehen in dieser Zeit ist geprägt von Männern, Frauen spielen eine untergeordnete Rolle.
Politik, Macht, Intrigen, Versprechungen, Verrat, ein Mord an einer jungen Frau  – all das ist eingebunden in einen Roman um zwei Frauen, der Wirtin Hilde und der Logopädin Sonja.
In Hildes Lokal „Rheinblick“ gegenüber vom Bundestag treffen sich Minister und Hinterbänkler aller Parteien, aber auch Sekretärinnen und Taxifahrer. Es wird viel geredet und man erwartet die Verschwiegenheit der Wirtin. Sonja arbeitet im Krankenhaus und betreut Willy Brandt nach einer Stimmbanderkrankung. Auch sie darf niemand davon erzählen. Beide werden unter Druck gesetzt, Informationen preiszugeben.

In diesem Roman ist viel Zeitgeschichte aber auch rheinisches Kolorit enthalten. Brigitte Glaser hat gut recherchiert und das angefügte Glossar ist sehr informativ.

Antonia Hayes: Die relative Unberechenbarkeit des Glücks

Der zwölfjährige Ethan, der mit seiner alleinerziehenden Mutter in Australien lebt, hat einige außergewöhnliche Talente, wie Physik und Astronomie. Er verfügt über einen sehr hohen Intelligenzquotienten. Das macht ihn natürlich besonders, aber für seine Mitschüler gilt er als Freak und als Außenseiter und wird regelmäßig in der Schule gemobbt. Von seinem Vater weiß Ethan so gut wie nichts, da er die Familie schon kurz nach Ethan Geburt verlassen hat. Im Roman kommt Ethan an den Punkt, das alles zu hinterfragen, er hätte doch so gerne einen Vater. Durch Perspektivenwechsel und Rückblenden bekommt der Leser einen detaillierten Einblick in das Leben der beiden Elternteile und erzählt vom Beginn ihrer Liebesgeschichte. Als plötzlich ein Brief von Ethans Vater eintrifft, nimmt Ethan heimlich Kontakt zu ihm auf. Ethan weiß nicht, dass er als Baby beinahe gestorben wäre und sein Vater dafür verurteilt wurde...

Ein einfühlsames, einzigartiges Buch über Liebe, Familienzusammenhalt und etwas Drama. 




Iris Wolff: Die Unschärfe der Welt

„Iris Wolff erzählt die bewegte Geschichte einer Familie aus dem Banat, deren Bande so eng geknüpft sind, dass sie selbst über Grenzen hinweg nicht zerreißen.“

„So schön hat noch niemand Geschichte zum Schweben gebracht.“

Den auf dem Buchcover abgedruckten Zitaten kann man nichts hinzufügen. Die „Unschärfe der Welt“ ist ein Buch, das man unbedingt selbst besitzen möchte.

Buchempfehlungen 2020




Alle Buchempfehlungen des vergangenen Jahres finden Sie hier.


Ann Pachett: Das Holländerhaus

Der farbintensive Einband des Buches fällt als erstes ins Auge. Er zeigt Maeve, die eigentliche Hauptfigur des Romans. Nach den Beschreibungen im Buch fertigte Noah Saterstrom, ein mit der Autorin befreundeter Maler, das Porträt an.

Ein wenig erinnert die Geschichte der amerikanischen Familie Convey an ein Märchen: Der glanzvolle Aufstieg aus einfachen Verhältnissen; eine Mutter, die die eigenen Kinder verlässt, um Gutes zu tun; ein gefühlskalter Vater; eine böse Stiefmutter die, nach dem frühen Tod des Vaters die Geschwister um deren Erbe bringt; eine unerschütterliche Geschwisterliebe. Das klingt fast kitschig, aber die bildhafte Erzählsprache, die genauen Beschreibungen der Orte und Personen, erzeugen beim Lesen Bilder im Kopf. Man wird schnell in das, ein halbes Jahrhundert umspannende Leben der Familie und deren besondere Verbindung zu einem besonderen Haus, hineingezogen. 

Erzählt wird die Geschichte in Rückblenden von Danny, Maeves Bruder. Dabei sind die verschiedenen Zeitsprünge so geschickt miteinander verbunden, dass man immer weiterlesen möchte.


Katharina Fuchs: Neuleben

Der Roman handelt von zwei Frauen - Therese Trotha und Gisela Liedke - die ihren Traum leben - gegen alle Widerstände in den 50er und 60er Jahren.
Weil Therese Trotha als Tochter eines Wehrmachtsoffiziers und einer Großgrundbesitzerin in der DDR nicht studieren darf, zieht sie Anfang der 50er Jahre nach West-Berlin. Dort erlebt sie, wie die wachsenden Unterschiede zwischen Ost und West ihre Familie auseinander brechen lassen. Zudem gestaltet sich ihr Studium sehr schwierig, denn konservative Professoren und Kommilitonen machen ihr das Leben schwer - doch sie unterschätzen Thereses Begabung und ihren Willen.
Verständnis erfährt sie zunächst nur von Ihrer Schwägerin Gisela, denn auch sie möchte nicht nur eine reine Hausfrauenehe führen, sondern sich als Schneiderin profilieren. Zu dieser Zeit muss sie um arbeiten zu können, noch die Einwilligung ihres Ehemannes vorlegen!

Die Charaktere sind sehr gut beschrieben und es handelt sich um eine interessante Zeit, z.B. den Schmuggel zwischen West und Ost, den Volksaufstand am 17. Juni 1953 etc.

Trotz all dieser Schwierigkeiten gelingt es den beiden Frauen sich ihren Traum zu erfüllen:
Therese Trotha wird eine der jüngsten Vorsitzenden Richterinnen und Gisela Liedke/Trotha entwarf mehrere Jahre Modelle für ein Wiesbadener Modehaus.

Wir empfehlen: Fuchs, Katharina: Neuleben.

Jodi Picoult: Kleine große Schritte

Jodi Picoult, eine weiße amerikanische Schriftstellerin hatte die Idee zu diesem Buch, als sie in einer Zeitung einen Artikel  über eine afroamerikanische Krankenschwester las, die zwanzig Jahre als Hebamme tätig war. Der Vater eines Neugeborenen, ein Rechtsextremist,  bestand darauf, dass sein Kind weder von dieser noch von anderen Hebammen ihrer Hautfarbe angefasst werden durfte.
Das afroamerikanische Personal klagte wegen Diskriminierung und gewann.

Der Roman spielt in Connecticut, einem nordostamerikanischen Staat mit 70% weißer Bevölkerung. Geschildert wird die Geschichte aus Sicht  von Ruth, einer schwarzen Hebamme, von Turk, dem weißen Vater eines Säuglings  und von Kennedy, der weißen Pflichtverteidigerin von Ruth.
Als die Frau von Turk im Krankenhaus entbindet, untersagen Beide der Klinikleitung, dass eine „Schwarze“ ihr Baby anfasst. Doch als Ruth alleine auf der Säuglingsstation ist und das Kind eine Atomnot erleidet, gerät sie in ein moralisches Dilemma. Darf sie sich der Weisung widersetzen und dem Kind helfen? Sie folgt ihrem Gewissen, doch für den Jungen kommt jede Hilfe zu spät.
Der Vater des Kindes verklagt Ruth, am Tod des Kindes schuld zu sein. Es kommt zu einem Prozess.

Kuwana Haulsey: Der Engel von Harlem

Das Buch beschreibt sehr fesselnd die faszinierende Lebensgeschichte von May Chinn, die nach entbehrungsreicher Kindheit und Jugend, ihrer Ausbildungszeit als Pianistin und Lehrerin endlich ihr eigentliches Ziel erkennt und Ärztin wird - die erste farbige Ärztin von New York.

May Chinn lebte von 1896 bis 1980.
Sie war als Ärztin ausschließlich in Harlem tätig, dessen Atmosphäre und Entwicklung im frühen 20. Jahrhundert in der Biographie gut beschrieben wird.

Wolfgang Schorlau: Kreuzberg Blues

Kreuzberg Blues ist wieder ein politischer Krimi - und zwar brandaktuell. Es geht in Denglers 10. Fall um die Machenschaften von Immobilienhaien, um Macht und Geld und Machtmissbrauch.
Und mittendrin Georg Dengler, Privatermittler und ehemaliger Kripobeamter, und seine Freundin Olga, Taschendiebin und Hackerin.
Eigentlich wollten sie nur Olags Freundin beim Kampf gegen ihren korrupten Vermieter unterstützen, . . .

Toller Krimi, packend und plausibel, in dem Wolfgang Schorlau den Verkauf von öffentlichem Eigentum zu Schleuderpreisen und dessen Folgen für die Mieter thematisiert.


Katholische Öffentliche Bücherei St. Martin, Oestrich

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