Buchempfehlungen von Ihrem Büchereiteam

Arno Strobel: Offline

Spannend bis zum Schluß. Man möchte es am liebsten in einem Rutsch durchlesen. Was passiert, wenn eine Gruppe von fremden Menschen zusammen in einem noch nicht ganz fertig renovierten Hotel zusammen kommen, ohne Handy, Internet- oder Telefonzugang, mit einem brutalen Mörder unter ihnen?
Finden Sie es heraus. Ein Buch, nichts für schwache Nerven.
 


Wir stellen Ihnen hier Bücher vor, die uns gut gefallen haben und die wir gerne weiterempfehlen. Das können neu eingetroffene Bücher sein, aber auch wiederentdeckte.

Wir haben die Buchempfehlungen mit unserem Online-Katalog verbunden, so dass Sie die Bücher unmittelbar vormerken können.

Wir empfehlen: Strobel, Arno: Offline.

Norbert Scheuer: Winterbienen

Egidius Arimond, Lehrer für Geschichte und Latein, lebt im Städtchen Kall in der Westeifel, nahe der belgischen Grenze. Wegen seiner Epilepsie wurde er von den Nationalsozialisten frühzeitig aus dem Schuldienst entfernt. Dass er nicht wie andere Kranke in eine Anstalt überführt und dort umgebracht wurde, hat er den Heldentaten seines Bruders, einem Bomberpiloten, zu verdanken. Seit seiner Entlassung widmet sich Arimond mit großer Hingabe seinen Bienenvölkern und der Ahnenforschung. Nicht nur wegen seiner Epilepsie und seiner Affäre mit der Frau des NSDAP-Kreisleiters schwebt Arimond in ständiger Gefahr. Um seine Medikamente finanzieren zu können, bringt er jüdische Flüchtlinge in umgebauten Bienenstöcken zur belgischen Grenze. In seinem Bienentagebuch notiert er schließlich auch seine wichtigen Erlebnisse und geheimsten Gedanken.

Das Buch ist in Tagebuchform geschrieben. Darin eingefügt sind Aufzeichnungen (Fragmente) eines Vorfahren, des Benediktinermönchs Ambrosius Arimond. Ein Tagebucheintrag beginnt mit einem lateinischen Zitat „Was hart zu ertragen war, wird beim Erzählen angenehm“. So liest sich das Buch – als Beschreibung einer unmenschlichen, dem Untergang geweihten Umgebung in einer ruhigen, angenehmen Erzählsprache.

Winterbienen stand auf der Liste für den Deutschen Buchpreis 2019


Marco Balzano: Ich bleibe hier

In diesem Roman geht es um die historischen Ereignisse in Südtirol im Ort Graun am Reschensee in der Zeit nach dem 1. Weltkrieg bis in die 1950 er Jahre und um den Bau des Stausees. Darin erzählt Trina, eine Lehrerin, ihre Lebensgeschichte und die der Menschen in dieser Zeit in Südtirol. Die Geschichte ist in einer Art Tagebuchform geschrieben und an ihre Tochter gerichtet. Diese hat ihre Eltern und ihre Heimat Südtirol noch als Schulkind verlassen, ohne sich von den Eltern zu verabschieden, zusammen mit Verwandten, um 1939 nach Deutschland zu gehen. Mutter und Tochter haben sich nie mehr gesehen. 
1939, nach Beginn des 2. Weltkriegs hatten die beiden Diktatoren Hitler und Mussolini die „große Option“ beschlossen. Die Südtiroler, die bis 1918 zu Österreich gehörten, mussten sich entscheiden, entweder nach Deutschland auszuwandern oder als Bürger zweiter Klasse in ihren Städten und Dörfern zu bleiben. Familien wurden auseinandergerissen und Freundschaften zerbrachen.
Die Daheimgebliebenen wurden schikaniert, die deutsche Sprache verboten. Südtirol sollte italianisiert werden. Aus dem Süden Italiens wurden Tausende Menschen angesiedelt.
Trina erhält als deutschsprachige Lehrerin Berufsverbot. Aber sie gibt nicht auf und unterrichtet heimlich Deutsch in den sogenannten „Katakombenschulen“, verfolgt von den Faschisten, die die Kinder schlagen und die Lehrer mißhandeln.
Auch nach dem Ende des 2. Weltkrieges kehrt keine Ruhe im Dorf ein, denn der Bau des Staudamms bedroht das Dorf. Trine kämpft nun vergeblich gegen den Bau des Staudamms. Das Dorf  versinkt 1950 in einem gewaltigen Stausee, 150 Familien verlieren ihre Heimat.
Der Roman Balzanos ist in klarer, trotzdem berührender Sprache geschrieben. Obwohl es sich um einen Roman handelt und die Figuren fiktiv sind, kann man sich vorstellen, dass es hätte so sein können.
Sowohl die geschichtlichen Ereignisse Südtirols als auch der Bau des Staudamms sind historisch belegt. Noch heute ist der aus dem Reschensee ragende Kirchturm von Alt-Graun sichtbar.
Balzano wurde zu diesem Roman nach einem Besuch am Reschenpass inspiriert.


Thomas Brussig: Das gibts in keinem Russenfilm

In seiner “Autobiographie”, die 1964 mit seiner Geburt in Ostberlin beginnt, berichtet Thomas Brussig über Kindheit, Jugend, Armee und seinen beruflichen Werdegang in der DDR - bis heute.
Denn die DDR existiert noch.
Und so ist der Roman eine Mischung aus vielleicht wahren Begebenheiten und skurrilen Fiktionen, mit leichter Hand erzählt - unglaublich komisch!


Delphine de Vigan: Dankbarkeiten

In dem Roman geht es um Michka, eine alte Dame, die nicht mehr allein leben kann und ins Altersheim muss. Sie ist gestürzt und leidet an Aphasie, einer Sprachstörung. Nach und nach verliert sie Wörter, die sie durch ähnlich klingende ersetzt. Marie, eine frühere Nachbarstochter, kümmert sich um sie und bringt sie in einem Seniorenheim unter. Einziger Lichtblick sind die Besuche von Marie und die wöchentlichen Therapiestunden mit Jerome, dem Logopäden des Seniorenheims.
Aber Michka hat noch einen Wunsch. Sie möchte sich bei dem Ehepaar bedanken, dem sie ihr Leben zu verdanken hat und sie bittet die Beiden, die Leute ausfindig zu machen.
Geschildert wird der Roman aus der Sicht von Marie und Jerome.

Der kleine Roman handelt von Zuneigung, Würde, Verfall und Verlust der Sprache, aber auch von Mitgefühl und Dankbarkeit.
Eine klare Empfehlung für die, die Geschichten mögen, die berühren und zu Herzen gehen.


Dora Heldt: Mathilda oder Irgendwer stirbt immer

Mathildas Leben könnte so einfach sein: ein Häuschen, ein liebevoller Ehemann und zwei erwachsene Kinder. Kompliziert ist ihr Leben nur durch ihre Mutter Ilse, die neben Mathilda wohnt und ihr das Leben täglich auf das Neue schwer macht. Selbst die Enkel bezeichnen ihre Großmutter als "böse alte Frau". Trotzdem ist Mathilda immer zuversichtlich, lässt sämtliche Schikanen über sich ergehen und ist allseits um Harmonie bemüht. Die Familie lebt im Dorf Dettebüll, klein, friesisch und überschaubar. Kurz: Jeder kennt jeden und Geheimnisse werden weitergegeben. Doch Mathildas Harmonie wird empfindlich gestört, als es im Dorf plötzlich zu Todesfällen kommt. Darunter auch Ilse. Erschwert wird die Situation noch durch das Auftauchen von Pit. Mathildas Bruder hat seit langer Zeit wegen Ilse den Kontakt zur Familie abgebrochen. Nun steckt das ewig schwarze Schaf der Familie plötzlich in Schwierigkeiten. Mathilda hat seinen Weggang nie richtig verkraftet, eine Selbstverständlichkeit, dass sie für Pit da ist.

Der neue Roman von Dora Heldt hat alles, was ein gutes Buch braucht: Liebevolle, sympathische Hauptdarsteller, viele unglückliche Verwicklungen, Beziehungen, die nur unterhaltsam sind, und letzten Endes natürlich ein Happy End. Einfach zu lesen, trotzdem spannend - der Leser fühlt sich sofort versetzt an die Nordseeküste und taucht ein in das Dorfleben. Unterhaltsam, humorvoll und voller Harmonie. Heile Welt vermischt mit einem Hauch Kriminalität. Wer auf der Suche ist nach Spannung, Familie und Landleben, dem sei dieser Roman wärmstens empfohlen.

Kathrin Hartmann: Grüner wird’s nicht

“. . . Ob wir also glauben, wir könnten Klimaschutz innerhalb des Kapitalismus erreichen, innerhalb des Systems, das die Klimakatastrophe erst hervorgebracht hat . . .
Deswegen lautet die wichtigste Frage: Wer profitiert noch immer von den Verhältnissen, wie sie sind? Wer verhindert diese Alternativen? . . .”

Kathrin Hartmann beschreibt eindringlich und gut verständlich die weltweiten Auswirkungen des Klimawandels, die Zusammenhänge von Wohlstand und Umweltzerstörung, hinterfragt die Maßnahmen von Politik und Konzernen und stellt einige Alternativen vor.


Liz  Moore:  Long Bright River

Der Roman beginnt und endet mit einer Liste von Namen Drogentoter:
 (...) „Brian Aldrich; Mike Asman; Cheryl Sokol (…) Unsere Cousine Tracey; Unser Cousin Shannon; Unsere Mutter. Unsere Mutter. Unsere Mutter. Allesamt Kinder, allesamt tot. Vielversprechende Menschen, abhängige und verlässliche Menschen, liebende und geliebte Menschen, einer nach dem anderen, in einer Reihe, in einem Fluss, ohne Quelle und ohne Mündung, ein langer leuchtender Fluss verstorbener Seelen.“(...)

Liz Moore nimmt den Leser mit nach Kensington, einen heruntergekommenen Stadtteil von Philadelphia. Auf dessen Straßen ist Mickey als Streifenpolizistin unterwegs, ihre drogenabhängige Schwester Kacey als Prostituierte. Als mehrere Morde an Prostituierten geschehen, begibt sich Mickey auf die Suche nach ihrer verschwundenen Schwester.

Mehr Familien- und Gesellschaftsroman als Krimi, wirkt das spannend geschriebene Buch noch lange nach.


Charlotte Wood: Ein Wochenende

Vier Frauen, „beste Freundinnen“ haben sich viele Jahre im Ferienhaus am Meer getroffen, um gemeinsam ein paar Urlaubstage zu verbringen. Doch nun treffen sie sich dort ein letztes Mal – zu dritt. Sylvie, die Vierte im Bunde und Besitzerin des Hauses, ist gestorben. Das Haus soll verkauft werden und gemeinsam beginnen die Frauen mit dem Ausräumen. 

Beim Entrümpeln der Schränke und Räume setzen sich die sehr unterschiedlichen Frauen mit der Vergangenheit, der Hinfälligkeit ihrer in die Jahre gekommenen Körper, ihrer Beziehungen und Hoffnungen auseinander.

Die „besten Freundinnen“ verschonen sich nicht mit gegenseitiger Häme und Spitzzüngigkeit. Ein lange gehütetes Geheimnis wird offenbart.

„Es war anstrengend, befreundet zu sein. Hatten sie sich je die Wahrheit sagen können?“ 

Doch als erneut ein Schicksalsschlag über eine von ihnen hereinbricht, sind sie füreinander da.


Isabel Bogdan: Laufen

Der plötzliche Tod eines geliebten Menschen ist immer kaum zu ertragen, unfassbar. Wenn, wie in Isabel Bogdans Buch, der Lebensgefährte den Freitod wählt, kommen zu Trauer und Fassungslosigkeit noch Hilflosigkeit, Schuldgefühle und Wut hinzu.

Um sich aus ihrer Schockstarre zu lösen beginnt die Ich-Erzählerin mit dem Laufen und führt dabei lange innere Monologe. Mit zunehmender Länge der Laufstrecken findet sie mehr und mehr zurück ins Leben.

Wir empfehlen: Bogdan, Isabel: Laufen.

Eva Völler:  Ein Traum vom Glück (Band 1)
                        Ein Gefühl der Hoffnung (Band 2)

Die Familiengeschichte beginnt im Jahr 1951 in Essen, wo Katherina zusammen mit ihren beiden Kindern bei der Schwiegermutter Schutz findet. Sie leben dort in einfachsten Verhältnissen in einer Bergarbeitersiedlung. Ihr Mann ist verschollen, aber die Mutter glaubt fest an seine Rückkehr.
Eines Tages steht Johannes, ihr Neffe und Enkel der Großmutter Mine vor der Tür, gerade aus russischer Gefangenschaft entkommen. Nachdem er von der Großmutter etwas aufgepäppelt wurde hilft er mit, das Leben angenehmer zu machen und Johannes und Katharina – seine Tante – kommen sich näher.
Das Ende des 1. Bandes ist unerwartet.

Im 2. Band suchen die Schwestern Bärbel und Inge ihren Weg ins Leben, jede auf ihre Art. Die jüngere Bärbel wird zusehends rebellisch, Inge liebt ihren Beruf als Buchhändlerin und kümmert sich um ihren kleinen Bruder Jakob.
Johannes kann nach einem schweren Unfall „vor Kohle“ nicht mehr als Bergmann arbeiten und engagiert sich als Gewerkschaftler. Hier gibt es viel zu tun, da schwere Zeiten auf das Ruhrgebiet zukommen: Zechen schließen und es wird für die 40-Stunden-Woche und den freien Samstag gestreikt.
Oma Mine hält die Familie weiterhin zusammen, was mit den unterschiedlichsten Beziehungen der Enkel nicht so ganz einfach ist.

Wunderbar beschrieben ist die Atmosphäre der Zeit, die Sprache – wobei oft im Dialekt geschrieben – und die raue Wirklichkeit im Nachkriegs-Ruhrgebiet.


Laetitia Colombani: Das Haus der Frauen

Solange Frauen weinen, wie sie es jetzt tun ... will ich kämpfen
solange Kinder Hunger leiden müssen, wie sie es jetzt tun ... will ich kämpfen
solange es Mädchen gibt, die auf der Straße unter die Räder geraten ... will ich kämpfen
Ich kämpfe bis zum letzten Atemzug.
- Zitat William Booth geb. 1829 - Gründer der Heilsarmee

Die Kapitel in dem Buch wechseln zwischen Paris 1925 und Paris heute. 
Im Paris 1925 lebt Blanche Peyron. Sie gehört der von William Booth gegründeten Heilsarmee an und kämpft ihr Leben lang für Frauen am Rande der Gesellschaft. Sie gründet eines der ersten Frauenhäuser in Paris - ein Zufluchtsort für missbrauchte und obdachlose Frauen.
Im Paris heute lebt die junge erfolgreiche Anwältin Soléne, die nach einem Burn out als ehrenamtliche Mitarbeiterin in dieses Frauenhaus kommt und ganz langsam Kontakt zu den dort lebenden Bewohnerinnen aufnimmt und viele verschiedene Frauen und deren Schicksale kennenlernt.



Brigitte Glaser: Rheinblick

Die Geschichte spielt im November 1972, als Bonn noch die Hauptstadt der BRD war. Die SPD ist zum ersten Mal nach dem Krieg stärkste Partei. Willy Brandt wurde zum Bundeskanzler gewählt. Das politische Geschehen in dieser Zeit ist geprägt von Männern, Frauen spielen eine untergeordnete Rolle.
Politik, Macht, Intrigen, Versprechungen, Verrat, ein Mord an einer jungen Frau  – all das ist eingebunden in einen Roman um zwei Frauen, der Wirtin Hilde und der Logopädin Sonja.
In Hildes Lokal „Rheinblick“ gegenüber vom Bundestag treffen sich Minister und Hinterbänkler aller Parteien, aber auch Sekretärinnen und Taxifahrer. Es wird viel geredet und man erwartet die Verschwiegenheit der Wirtin. Sonja arbeitet im Krankenhaus und betreut Willy Brandt nach einer Stimmbanderkrankung. Auch sie darf niemand davon erzählen. Beide werden unter Druck gesetzt, Informationen preiszugeben.

In diesem Roman ist viel Zeitgeschichte aber auch rheinisches Kolorit enthalten. Brigitte Glaser hat gut recherchiert und das angefügte Glossar ist sehr informativ.

Antonia Hayes: Die relative Unberechenbarkeit des Glücks

Der zwölfjährige Ethan, der mit seiner alleinerziehenden Mutter in Australien lebt, hat einige außergewöhnliche Talente, wie Physik und Astronomie. Er verfügt über einen sehr hohen Intelligenzquotienten. Das macht ihn natürlich besonders, aber für seine Mitschüler gilt er als Freak und als Außenseiter und wird regelmäßig in der Schule gemobbt. Von seinem Vater weiß Ethan so gut wie nichts, da er die Familie schon kurz nach Ethan Geburt verlassen hat. Im Roman kommt Ethan an den Punkt, das alles zu hinterfragen, er hätte doch so gerne einen Vater. Durch Perspektivenwechsel und Rückblenden bekommt der Leser einen detaillierten Einblick in das Leben der beiden Elternteile und erzählt vom Beginn ihrer Liebesgeschichte. Als plötzlich ein Brief von Ethans Vater eintrifft, nimmt Ethan heimlich Kontakt zu ihm auf. Ethan weiß nicht, dass er als Baby beinahe gestorben wäre und sein Vater dafür verurteilt wurde...

Ein einfühlsames, einzigartiges Buch über Liebe, Familienzusammenhalt und etwas Drama. 

Katholische Öffentliche Bücherei St. Martin, Oestrich

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